Broschüre mit nützlichen Informationen - nicht nur zu Studienbeginn!

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FACHSCHAFTSRAT SOZIALE ARBEIT

Am 22.06. sind wir als FSR Liste Kritische Soziale Arbeit wiedergewählt worden mit dem Konzept für das Erstreiten einer lebendigen und solidarischen Studienkultur. Für Frieden und Gegen Rechts, ein menschenfreundliches Gesundheitssystem, die Abschaffung von Hartz IV, die Überwindung der prekären und bedrängten Lage der Studierenden und das Lösen der Schuldenbremse für eine bedarfsgerechte Finanzierung des Gemeinwesens. Diese Schwerpunkte wollen wir in der nächsten Amtsperiode gemeinsam mit euch verfolgen und für Verbesserungen am Fachbereich wie über die Hochschule hinaus wirken.

Konzept zur Wahl im SoSe 15

„In Europa wächst der Unmut. Und auch bei uns haben immer mehr Menschen genug von Niedriglöhnen und öffentlicher Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Zeit für einen Kurswechsel. Für gutes Leben, für soziale Gerechtigkeit.“ DGB, Klartext, 09/2013


Wir befinden uns in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Immer mehr Menschen wollen die steigende soziale Ungerechtigkeit, Kriege und Flüchtlingskatastrophen nicht mehr akzeptieren und drücken ihren Unmut in Protesten aus. Gegen die Ideologie der Alternativlosigkeit und die zerstörerische Austeritätspolitik richten sich große Teile der Bevölkerung in Griechenland, wie in Portugal und Spanien und fordern ein menschenwürdiges Leben für alle. Auch in Deutschland – und in Hamburg – nehmen die Streiks für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu. Denn der Widerspruch des enormen gesellschaftlichen Reichtums in den Händen einiger Weniger – und das weltweit wachsende Elend der Mehrheit der Menschen drängt auf eine Aufhebung.
In dieser Polarisierung spielen Hochschulen eine relevante Rolle. Sie können die gesellschaftlichen Schlüsselprobleme wissenschaftlich durchdringen und Lösungen hin zu einer sozialen, friedlichen und demokratischen Entwicklung erarbeiten. In den Sozialwissenschaften bedeutet das, die vermeintlich „individuellen“ Probleme einzelner Menschen als gesellschaftliche zu begreifen und anstelle einfacher „Symptombehandlung“ an die Ursachen der sozialen Ungleichheit zu gehen. Der aktuelle Hamburger Senat versteht Soziale Gerechtigkeit als die Chance eines Jeden, durch persönliche und eigenverantwortliche Leistung aufzusteigen. Diejenigen, die in diesem Konkurrenzgebalge hintenüberfallen werden als Leistungsversager und selbst Schuld an ihrem Schicksal degradiert. Gegen die geforderte Elendsverwaltung, Menschen als „Klienten“ wieder verwertbar und fit für den Arbeitsmarkt zu machen (oder sie bei Überforderung zu isolieren und gesellschaftlich auszuschließen z.B. in geschlossenen Unterbringungen), gilt es aus der Sozialen Arbeit heraus ein egalitäres Menschenbild zu vertreten und – in Überschreitung der alltäglichen Vereinzelung – organisiert eine klare Opposition entgegenzusetzen.


Vor diesem Hintergrund setzen wir uns für die Nächste Amtszeit als FSR folgende Schwerpunkte:


Soziale Lagen der Studierenden
„Studenten machen Party.“ „Studenten stehen nie vor 12 Uhr auf.“ Aussagen die heute jeder Studierende beantworten kann mit: „Schön wär’s!“ Die Realität sieht anders aus. BAföG, die UNTERSTÜTZUNG für Studierende, wird nur unter sehr strengen Auflagen vergeben. Und wird das Studium nicht nachweislich in Regelstudienzeit beendet, gibt es gar keine Förderung mehr. Dazu müssen heute 50 % zurückgezahlt werden, entgegen der Komplettförderung bei der Einführung 1971. Das gilt es wieder zu erreichen, denn aktuell bedeutet Studium für Viele: Schulden anhäufen. So versucht sich die Mehrheit der Studierenden mit einem, oft sogar mit zwei oder drei Nebenjobs über Wasser zu halten. Unbezahlte Pflichtpraktika verschärfen diese Situation noch. Alle Praktika können und sollten angemessen vergütet werden. Neben der prekären Lage hält der enorme Leistungsdruck vom wirklichen Durchdringen von Inhalten in den Seminaren ab. Mit der Reform des Hamburger Hochschulgesetz (HmbHG) wurden im vergangenen Jahr neue Möglichkeiten geschaffen, die begonnene Studienreform auszuweiten. Wie das auch schon in der Erarbeitung der neuen Prüfungsordnung mit einer Reduzierung der Prüfungen gelungen ist.


Als FSR Soziale Arbeit wollen wir zusammen mit allen Studierenden weiter für die Verbesserung der Studienbedingungen kämpfen, denn niemand ist alleine mit seinen Problemen. Unsere Themen, die wir in der nächsten Amtsperiode weiterführen wollen, sind daher:

  • Zwangsexmatrikulationen abschaffen
  • BAföG für alle
  • HVV-Tickets kostenlos
  • Praxis/Praktikums AG

Als Mensch erkannt werden und Mensch sein dürfen (Menschenbild)
"Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen." (WHO)
Der römische Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph Cicero sagte: „ich möchte lieber gesund sein als reich“. Diese Erkenntnis stammt in etwa aus der Zeit im Jahr 63 vor Chr. Betrachten wir die Gegenwart, scheint diese Aussage zeitlos -vielmehr noch, sie bekommt womöglich einen immer höheren Wert.  Zu einem erfüllten Leben gehört die Möglichkeit an den gesellschaftlichen Gütern - Kultur, Bildung und Gesundheit - teil zu haben. Wir möchten uns damit auseinandersetzen wie dieser Zusammenhang allen mehr ermöglicht werden kann und was dem aktuell entgegensteht. Dazu gehört beispielsweise die Rekommunalisierung der Krankenhäuser und Perspektiven für ein besser funktionierendes Gesundheitssystem.
Grundlage aller Überlegungen  ist uns gegenseitig als Gleiche zu erkennen. In allen Bereichen findet immer wieder Vereinzelung statt- diese möchten wir aufbrechen mit Ideen der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe._Letztlich soll es uns allen möglich sein, ein würdevolles und gesundes Leben zu führen. Das aktuelle auf Verwertung ausgerichtete Gesundheitssystem geht weit hinter diesen Anspruch zurück. Bei allem Vordringen von Wissen, Können und Wachstum besteht darin die Gefahr der inneren Verkümmerung und Verarmung. Entmenschlichung und Entfremdung möchten wir entgegentreten, indem wir die Hochschule wieder mehr zu einem Ort des kulturellen Lebens machen. Eine Filmreihe von Jacques Tati soll auf humorvolle Art verdeutlichen wie eine Welt des Fortschrittwahns aussieht: ohne Seele, fehlende geistige Interessen und dem Verdrängen einer anteilnehmenden und ehrlichen Gefühlskultur.


Für die Überwindung von Harz 4
Auch in Hamburg wächst der Unterschied zwischen Superreichen und Menschen mit extremer Armut. Die Einführung des „Fordern und Förderns“-Prinzips sollte diese Entwicklung ideologisch rechtfertigen. „Jeder sei seines Glückes Schmied“ und müsse „der Gesellschaft etwas zurückgeben“. Nicht die Arbeitslosigkeit, soziale Isolierung und Entmutigung sind das gesellschaftlich zu überwindende Problem, sondern der Mensch selbst wird zum Problem gemacht. Dieser „Sozialschmarotzer“ soll dann durch Sanktionen gezwungen werden, für die sozialstaatliche Unterstützung eine Gegenleistung zu erbringen. Persönliche Präferenzen, Freude an der Arbeit, gemeinsame Weiterentwicklung finden keine Beachtung. Dagegen profitieren viele Unternehmen von der existenziellen Armut. Denn mit den Hartz-Reformen hat sich der Niedriglohnsektor in Deutschland stark vergrößert. Abstiegsängste werden geschürt, keiner will in Harz 4 „rutschen“ und bemüht sich, auf der Arbeit besonders fleißig und brav zu sein. Denn sonst droht die Kündigung – das Heer von Arbeitslosen steht (unfreiwillig) bereit, dazu gedrängt den frei werdenden Job für noch weniger Bezahlung zu übernehmen. Selbst wenn das bedeutet, für 1€ Müll zu sammeln. Jeder von uns hat täglich mit Menschen zu tun, die frustriert von der Bürokratie und ohne Hoffnung auf ein besseres Leben, damit beschäftigt sind irgendwie „über Wasser zu bleiben“. Kulturelle Bildung, Konzerte, Kino, Essen gehen, selbst die Fahrkarte ins Stadtzentrum, alles Dinge, die mit ALG II nur schwer finanzierbar sind. Armut ist nicht nur ein Mangel an Gütern, sondern auch an Möglichkeiten.
Der Fokus in der Sozialen Arbeit liegt hier auf der Beibehaltung der Funktionalität von Hartz 4, für die Frage ob es überhaupt sinnvoll ist, ist oftmals kein Raum.
|Wir wollen im nächsten Semester eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Hartz 4 und Armut“ machen und uns kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen.
Dazu laden wir euch alle herzlich ein um gemeinsam Ideen für eine bessere und gerechtere Welt zu entwickeln!


Lernen aus der Geschichte – Gegen Rechts und für Frieden
„Die einzige Antwort auf Auschwitz ist, selber das Richtige zu tun“ lautet die zentrale Aussage in dem Film „Im Labyrinth des Schweigens“, den wir in der nächsten Amtsperiode zeigen wollen. Aus der Geschichte lernen, um heute das Nie Wieder zu leben und für die Verwirklichung des Schwures von Buchenwald einzutreten. Das sollte Sinn und Zweck einer Hochschule als Ort der Höherbildung der Menschheit sein. Wir wollen uns angesichts von 70 Jahren Befreiung und den noch unerfüllen Hoffnungen und Lehren nach einer Welt des Friedens und der Freiheit mit dem Widerstand im 3. Reich beschäftigen und welche Bedeutung diese Kämpfe für heute haben – z.B. mit der mutigen Aufklärung der Weißen Rose. Außerdem wollen wir diese Amtsperiode beginnen, anhand der vorhanden Dokumente und über Zeitzeugen die Geschichte der HAW und insbesondere des Fachbereis Soziale Arbeit aufzuarbeiten. Gerade aus den Zeiten der 60/70er, über Friedensbeschlüsse im Hochschulsenat bis hin zu einer stärker ausgeprägten Friedenspädagogik, können wir Einiges aktualisieren.

Solche Verbesserungen, die Weiterführung der Demokratisierung in unserem Fachbereich (z.B. in der Einführung des Departmentsrats) und darüber hinaus, sowie das Umkrempeln des Ba/Ma-Systems hin zu einem egalitären  Lehr-Lern-Verhältnis und kritischen Wissenschaftsinhalten (über die Projektwoche hinaus) benötigen zur Verwirklichung ausreichend finanzielle Ressourcen. Gegen die aktuelle Verteilung des Senats nach Verwertbarkeitskriterien müssen die Prioritäten neu gesetzt werden: Nach den Bedürfnissen der Bevölkerung, was Bildung, Soziales, Kultur und Gesundheit angeht. Denn Geld ist genug da. Erfordernis: Schuldenbremse lösen. Dafür wollen wir dem Senat weiter Druck machen und uns so für eine gemeinsame und offensive Beantwortung der aktuellen Mangelverwaltung einsetzen.

Als FSR sind wir die Interessenvertretung der Studierenden eines Fachbereichs. Wir vertreten zwei Studiengänge: Soziale Arbeit & Bildung und Erziehung in der Kindheit. Hier können sich Studierende organisieren, um sich über Fragen und Probleme im Fachbereich auszutauschen, sowie sich über die Verhältnisse an der Hochschule und in der Welt kritisch zu verständigen und gemeinsam Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Gemeinsam schaffen wir gegen die vielerorts praktizierte Kultur des Misstrauens eine Kultur der Solidarität und Anteilnahme. Alle sind eingeladen, sich daran zu beteiligen!

FSRKonzept20150618.pdf
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Arbeitsprogramm - FSR Kritische Soziale Arbeit

Konzept zur Wahl SoSe14


Soziale Arbeit in gesellschaftlicher Opposition.


In Europa wächst der Unmut. Und auch bei uns haben immer mehr Menschen genug von Niedriglöhnen und öffentlicher Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Zeit für einen Kurswechsel. Für gutes Leben, für soziale Gerechtigkeit.“ DGB, Klartext, 09/2013


Der wachsende Unmut über die steigende soziale Ungleichheit drückt sich zunehmend in Protesten gegen den weitgehenden Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlichen Reichtum aus. In mehreren europäischen Ländern, denen die Schuldenbremsenpolitik mit voller Härte von außen aufgezwungen wird, ist die soziale Zerstörung besonders sichtbar. Für die positive Aufhebung der brodelnden Unzufriedenheit ist eine emanzipatorische Praxis von großer orientierender Bedeutung: Bildung und wissenschaftliche Weltaneignung für alle sind unverzichtbar in Zeiten des krisenhaften kapitalistischen Systems. Sie bilden die Grundlage für die dringend notwendige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Krieg, Ungleichheit zwischen den Menschen und der Entwicklung eines sozialen und kulturellen Fortschritts. Die Hochschule übernimmt dabei eine tragende Rolle: Wissenschaft muss ihrenzivilen, sozialen und kulturellen Nutzen verwirklichenund kann damit eine eingreifende Funktion für die Gestaltung gesellschaftlich notwendiger Entwicklungen übernehmen. Statt diesestrukturelle Problemenursächlich zu begegnen werdendiese durch herrschende Politik weiter verschärft.Für die daraus entstehenden Lebenslagen sei jeder selbst verantwortlich: Armut sei selbstverschuldet.

Dagegen steht an,die ausreichend vorhandenen Ressourcenallen zugänglich zu machen, um ein menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen.


Dies stellt insbesondere die Sozialwissenschaften vor ihre eigentlichen Aufgaben: Die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich zu durchdringen und Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft.

Die zunehmenden Tendenz, das Soziale nur noch unter dem Aspekt der Verwertbarkeit zu fassen, um es für Profitinteressen zu instrumentalisieren, ist Teil der Verhinderung dieser Perspektive und muss widerständig überwunden werden. . Dabei wird sich wesentlich auf die Symptome der gesellschaftlichen Widersprüche konzentrieren und sich damit an der Individualisierung eigentlich gesellschaftlicher Probleme beteiligt. Soziale Arbeit wird damit zum Instrument der Kontrolle und Verwahrung der vermeintlichen „Klienten“ degradiert, um den Menschen wieder verwertbar und funktionstüchtig für den Arbeitsmarkt zu machen. Statt sich zum Teil dieser Unterwerfung des Sozialen unter wirtschaftliche Interessen zu machen, gilt es entgegen den menschenabgewandten Verhältnissen eine klare Opposition zu bilden.

Diese Entwicklung für verantwortungsvolleLehre, Wissenschaft und Forschung wollen wir gemeinsam mit allen Mitgliederndes Fachbereichs voranbringen.


Das Ganze Programm siehe PDF


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Eckpunkte der Arbeit des Wintersemesters 13/14 und Sommersemesters 14

Broschüre über die Arbeit WiSe13/14 SoSe14
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Sommersemester 2014

Informationsbroschüre des Fachschaftsrates Soziale Arbeit

und Bildung und Erziehung in der Kindheit

„Man wird sagen, es sei recht wenig, was das einzelne Individuum seinen Kräften gemäß zu ändern vermag. Was nur bis zu einem gewissen Punkt stimmt. Denn der einzelne Mensch kann sich mit all denen zusammenschließen, die dieselbe Veränderung wollen, und wenn diese Veränderung vernünftig ist, kann der einzelne sich in einem imponierenden Ausmaß vervielfachen und eine Veränderung erzielen, die viel radikaler ist, als es auf den ersten Blick möglich erscheint.“
Antonio Gramsci, „Gefängnishefte“, Heft 10 (1932 – 1935), § 54, „Einführung in das Studium der Philosophie. Was ist der Mensch?“

Die Verfasste Studierendenschaft (VS) ist die durch Studierende erkämpfte institutionalisierte Möglichkeit sich solidarisch organisiert für die sozialen, politischen und kulturellen Interessen der Studierenden einzusetzen. Damit hat sie große Wirkungsmöglichkeiten und Verantwortung für Verbesserungen in der Hoch-schule und über sie hinaus. Dabei ist die Studierendenbewegung traditionell relevanter Teil der gesellschaftlichen Opposition. Ihre Kämpfe waren und sind auch heute wesentlich von Ansprüchen an gesellschaftlich verantwortungsvolle Wissen-schaft und demokratische Teilhabe aller Hochschulmitglieder bestimmt.
Aufgabe der Gremien der VS ist es, in Auseinandersetzungen um bildungs-, wissenschafts- und hochschulpolitische Fragen einzugreifen, die Studierenden über aktuelle Entwicklungen in diesen Bereichen aufzuklären und studentisch politische und kulturelle Aktivitäten zu unterstützen und zu initiieren.

Der Fachschaftsrat (FSR) ist die Interessenvertretung eines bestimmten Studien-gangs/einer Fachrichtung, also eine Basisorganisation, die oft die erste Anlaufstelle für Probleme und Fragen innerhalb sowie außerhalb des Fachbereichs ist. Sie sind zudem für Erstsemester wichtige Anlaufstellen, da sie mit ihren Aktivitäten zu Studienbeginn (z.B. in der OE-Woche) gute Gelegenheiten bieten, erste Kontakte zu schließen. Sie bilden auch für Studierende, welche sich zusammen über die vorgefundenen Verhältnisse an der Hochschule und darüber hinaus kritisch verstän-digen wollen, die Möglichkeit, sich zu organisieren, um Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Der ständige Austausch über Entwicklungen am eigenen Fachbereich, aber auch darüber hinaus, ist eine Grundlage der Arbeit des Fachschaftsrates. In der Auseinandersetzung über Studienstrukturen und Wissenschaftsinhalte haben FSRe große Wirkungs- und Einflussmöglichkeiten. Mit gemeinsam organisierten Veran-staltungen, Aktionen und Kritik, sowie mit Diskussionen zur Information und Aufklärung können Studierende als größte Mitgliedergruppe der Hochschule an Entscheidungen mitwirken und sich für Veränderungen einsetzen. Gemeinsam kann so für Verbesserungen und eine solidarische Kultur im Fachbereich und auch erwei-tert in der akademischen Selbstverwaltung (Departmentkonferenz, Fakultätsrat, Hochschulsenat) und den Gremien der VS (Studierendenparlament, Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA), Fachschaftsrätekonferenz) eingegriffen werden.

Dieses Engagement bringt Freude und gelingt am besten, je mehr Studierende sich zusammenschließen und aktiv werden. Diese Broschüre über unsere Unter-nehmungen des letzten Jahres im FSR sei ein Beitrag dazu.


Departementkonferenz in der Kontrabar
Am 19.12.2013 lud der FSR zur studentisch organisierten Departmentkonferenz in die Kontrabar ein. Dies hatte den Grund, dass die Departmentkonferenz an unserem Department durch ein rein professorales Treffen ersetzt wurde. Dies bedeutete das alle anderen Mitgliedergruppen (Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Tech-nisches und Verwaltungspersonal) ausgeschlossen wurden und damit eine gemeinsame Beratung nicht mehr möglich war. Dies stand dem Ausbau demokratischen Strukturen an unserer Hochschule entgegen. Daher fordern wir den Erhalt des Beratungsgremiums, in dem sich gemeinsamen über die wirklichen Entwicklungsherausforderungen des Fachbereichs verständigt wird. Auf dieser Grundlage luden wir als FSR zu einer Departmentkonferenz ein, die erfolgreich unter Beteiligung aller Mitgliedergruppen stattfand. Es wurde über die Projektwoche, das Hochschulgesetz und über das Ausfallen der Departmentkonferenzen zugunsten des Professoriums diskutiert.
Als Konsequenz daraus finden die Departmentkonferenzen nun wieder regelmäßig mit der Beteiligung aller Mitgliedergruppen statt.

Projektwoche
Eine Woche im Semester können wir entgegen dem sonst engen Bachelor-Master-Studienalltag Veranstaltungen, Diskussionen, Exkursionen etc., die im momentanen Seminarbetrieb keinen Platz haben, selbst organisieren. Als FSR haben wir in den letzten Projektwochen besonders diesen emanzipatorischen Charakter erweitert, in der Perspek-tive das Studium so zu gestalten, dass selbstbestimmtes, kooperatives Lernen, in kri-tischem Gesellschaftsbezug möglich wird.
Diese neue Kultur befreiten Studierens durch kooperatives und interessengeleitetes Lernen in gemeinsamen Diskussionen und Aktivitäten wollen wir weiter ausbauen.

CHE-Boykott
Im November riefen wir als FSR zu einem Boykott des CHE-Hochschulrankings auf. Konkurrenzstiftende Rankings, die weiter auf Marktkonformität der Hochschulen setzen und damit auch eine höhere Marktabhängigkeit bedeuten, brauchen wir nicht. Auf Initiative des FSR wurde der Ausstieg des Departments Soziale Arbeit beschlossen. Statt eines Konkurrenzkampfes zwischen den Hochschulen fordern wir als Grundlage für Qualität in Forschung und Lehre eine bedarfsgerecht ausfinanzierte Hochschule. Hierfür muss die Schuldenbremse gelöst werden. Daher unterstützen wir die Kampagne „Verbesserungen beginnen … mit der Beendigung von Verschlechterungen“
(www.verbesserungen-beginnen.de).

EinklägerInnen
Wir als FSR zeigen uns solidarisch mit allen, die nur durch ein Einklageverfahren das Studium aufnehmen können. Der Ausbau der Studienplätze – damit alle ihr Recht auf Bildung verwirklichen können – ist eine unserer grundsätzlichen Forderungen.
Daher organisieren wir mit den EinklägerInnen Möglichkeiten für Vernetzung und Beratung.

Orientierungswoche
Entgegen dem Verständnis, dass die Orientierungswoche dazu dient, beizubringen, wie man sich möglichst gut mit den gegeben Studienbedingungen arrangiert, haben wir mit Fachschaftsaktiven die Gestaltungsmöglichkeiten als Mitglied der Hochschule in den OE-Gruppen thematisiert. Nicht ein Klarkommen mit ärgerlichen Studienbedingungen, sondern deren gemeinsames Überwinden hin zu einer Verbesserung des Studiums für alle ist die freudige Alternative.
Statt also möglichst schnell und brav das Studium zu bewältigen, gilt es sich als Studierende von der SchülerInnenperspektive zu befreien und sich als kritisch eingreifende WissenschaftlerInnen zu verstehen.

Hamburger Hochschulgesetz
Bereits 2010 hat das Bundesverfassungsgericht dem Hamburgischen Hochschulgesetz (HmbHG) in seiner derzeitigen Fassung – auf Initiative aktiver Hochschulmitglieder – erhebliche Demokratiedefizite bescheinigt und das Gesetz für Verfassungswidrig erklärt. Erst im Sommer vergangenen Jahres hat der politische Senat einen Entwurf für die Überarbeitung vorgelegt, welcher die zukünftige Hochschulentwicklung bestimmen soll. Doch entgegen der gesellschaftlichen Verantwortung der Hochschulen sollen sie weiterhin genötigt werden, sich den Anforderungen von Unternehmen und Lobbyisten für Standortkonkurrenz zu unterwerfen und ihre inhaltliche Ausrichtung marktkonform zu gestalten.
Der FSR setzt sich in dieser Auseinandersetzung für eine Weiterentwicklung von Bildung und Wissenschaft entgegen dieser Ideologie der „Unternehmerischen Hochschule“ mit Top-Down-Hierarchien für eine wirkliche Redemokratisierung der Hochschule ein. Eine Studienreform entgegen dem Bachlor/Master-Schmalspurstudium ist dafür zwingend notwendig. Für eine Wissenschaft und Forschung, welche sich kritisch mit den bestehenden Verhältnissen auseinandersetzt und für eine friedliche, soziale und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft wirkt.
Diese Ansprüche haben wir gemeinsam mit anderen Aktiven an der Hochschule in Stellungnahmen und Anhörungen zur Geltung gebracht. Dies gilt es nun gemeinsam zu erweitern.
Hinaus aus der Enge !

Wir wollen zur FSR-Wahl erneut eine Liste aufstellen. Dafür treffen wir uns am 15.06.2014, um unsere Vorhaben gemeinsam zu diskutieren und in einem Konzept zu fassen. Alle Interessierten sind eingeladen, bei der Erstellung des Konzeptes und der weiteren Gestaltung des Fachbereichs mitzuwirken.