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10:00- 11:30

Eröffnung und Eröffnungsvortrag:

Sozialpädagogik als politisches Programm


Im Jahr 1910 hielt der spanische Philosoph José Ortega y Gasset in Bilbao einen Vortrag zum Thema Sozialpädagogik als politisches Programm. Dieser Vortrag wird im spanischen Fachdiskurs als Ausgangspunkt der Entwicklung der Sozialpädagogik in Spanien eingestuft. Mit Bezug auf Paul Natrop, bei dem Ortega von 1905-1907 in Marburg studierte, beschreibt Ortega eine Sozialpädagogik als politisch-pragmatisches Programm für eine gesellschaftliche Entwicklung-und nicht als ein Teilbereich Kinder- und Jugendhilfe der Pädagogik oder Sozialen Arbeit.

Ein platonisch geprägter Sozialismus der Erziehung und Bildung soll dabei die Grundlage für eine Partizipation aller am gesellschaftlichen und kulturellen Leben sowie eine schöpferische und selbstbestimmte -liberale-Lebensführung ermöglichen. Hierbei wird eine thematische Nähe zu aktuellen Diskursen um den Capability Approach, die Befähigungsgerechtigkeit und die Frage nach dem guten respektive richtigen Leben deutlich. Angesichts der wachsenden Ungleichheiten in der (Welt-) Gesellschaft kann die Konzeption der Sozialpädagogik bei Ortega als hoch aktuell eingestuft werden. Ob und wenn -wie sich ein solches Reloaden eines Verständnisses von Sozialpädagogik respektive Sozialer Arbeit im Fachdiskurs verbreiten und vertreten lässt, bleibt zu diskutieren.


Referent: Prof. Dr. Eric Mührel
    Raum: Versammlungsstätte


10.00 – 17.30 Uhr

Workshop für Analoge Fotografie


In diesem Workshop bekommt ihr eine Einweisung in die Welt der Schwarzweiß-Fotografie.
Ihr werdet eigenständig Aufnahmen mit einem Schwarzweiß-Film machen und diese dann im Fotolabor entwickeln und Abzüge erstellen.
Das Ziel ist es, Euch mit dem Fotolabor vertraut zu machen, damit Ihr das Labor in Zukunft eigenständig nutzen könnt.


Referent: Sai-Kit Tsui

    Raum:1.22/1.23
(Teilnehmer_Innenzahl begrenzt – bereits voll belegt)

14.00-17.00 Uhr

Zur Flüchtlingsfrage:
Grundzüge des (humanitären) Ausländerrechts


Die zivilisierten, also funktionierenden Staaten, insbesondere auch die Bundesrepublik, sind sich einig, Flüchtlinge zu retten, sie entsprechend zu versorgen, ggfs. zu integrieren. Zugleich gibt es eine heftige Konkurrenz darum, die anfallenden Kosten möglichst auf die anderen europäischen, nahöstlichen Staaten und die USA abzuwälzen.
In dem Vortrag soll diesem nur scheinbaren Widerspruch von
Willkommenskultur und Verschärfung des Asylrechts nachgegangen werden, dies anhand der Darlegung der (inter-) nationalen Grundprinzipien des Staatsbürger-, des Ausländerrechts und insbesondere des sog. "humanitären" Ausländer-, also des Rechts der Flüchtlinge. Wenn Zeit bleibt, geht es sodann um die Fragen der aktuellen Flüchtlingspolitik.
           

            Referent: Prof. Dr. iur. Matthias Schnath
Ansprechpartner: Knut Hinrichs
                Raum: Versammlungsstätte

18.00 - 20.00 Uhr

Lesung/Vortrag & Diskussion zu "VON WEGEN.
Überlegungen zur freien Stadt der Zukunft"


Weltweit rennen neuen Stadtbewegungen gegen die Zumutungen eines neoliberalen Urbanismus, gegen seine Investorenarchitektur, Privatisierungs- und Sicherheitspolitik an. Sie setzen, wie etwa in Hamburg, das Konzept eines 'Rechts auf
Stadt' dagegen, wie es der französische Philosoph Henri
Lefebvre Ende der 1960er skizziert hat. Es ist jedoch höchste
Zeit, die charmante und eingängige Parole weiterzudenken. Was sie für die Gegenwart bedeutet und welche politischen Konsequenzen daraus ergeben, beschreibt Niels Boeing in seinem neu erschienenen Buch 'VON WEGEN. Überlegungen zur freien Stadt der Zukunft' (Edition Nautilus). Die HAW-
Projektwoche hat ihn eingeladen, seine Gedanken in einer Lesung mit anschließender Diskussion vorzustellen.


Referent: Niels Boeing, Autor und Aktivist
    Raum: ZG10